“Kriegstagebuch des Oberkommandos der Wehrmacht”

Band IVa (1961)

Eingeleitet und erläutert von Percy Ernst Schramm

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d) Die Auswirkungen des Umschwungs (August—September)

Die inzwischen ein immer bedrohlicheres Tempo annehmende Entwicklung im Südosten, vor allem die bei der Tagung der Sobranje am 17. 8. vom Min.= Präsidenten Bagrianoff in Aussicht gestellte bevorstehende Zurückziehung des bulgar. Expeditionskorps und die neuen Angebote Nedićs und Mihajlovićs (s. unten) machten um dieselbe Zeit eine neue grundlegende Klärung der deutschen milit. und polit. Absichten notwendig.

Als der OB Südost und der Gesandte Neubacher am 22. 8. zu Besprechungen, an denen auch der Reichsaußenminister, der Reichsführer SS usw. teilnahmen, im FHQu weilten, war bereits eine neue Weisung für die Kampfeführung im Südosten vorbereitet (Lagebuch 22. 8.). Sie wurde nicht mehr

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unterzeichnet, da der am nächsten Tage erfolgende Umsturz in Rumänien eine völlig neue Lage schuf. Damit war der schon seit dem Umschwenken der Türkei und dem Kurswechsel in Bulgarien heranreifende Umschwung im Süd= osten Tatsache geworden. Die bisherige deutsche Stellung in diesem Raum konnte nicht mehr aufrechterhalten bleiben: am 26. 8. erging an den OB Südost die Weisung, die Zurücknahme der gesamten Truppen und Einrichtungen südlich der Linie Korfu—Joannina—Kalabaka—Olymp vorzubereiten, also mit der Räumung der Ägäis und Griechenlands zu beginnen.

Selbstverständlich konnten angesichts dieser neuen Lage die bisherigen deutschen Absichten für die Bekämpfung der Aufstandsbewegungen nicht mehr festgehalten werden. Der Chef WFStab schlug bereits am 25. 8. die Verschiebung des am übernächsten Tage anlaufenden Unternehmens gegen den Zervas=Brückenkopf vor; doch wollte der Führer vorerst an der Absicht festhalten (Lagebuch 26. 8.). Bereits am nächsten Tage wurde aber die vorläufige Zurückstellung beschlossen. Die 4. SS=Pol.=Pz.=Div. sollte in den Raum Skoplje verlegt werden (Lagebuch 27. 8.) und im Anschluß an sie — wie am 29. 8. befohlen wurde — die 11. Lw.=Feld=Div. Von diesem Zeitpunkt an konnte von einer aktiven Bekämpfung der griech. Aufständischen nicht mehr die Rede sein. Die zunächst in diesem Raum verbleibenden deutschen Truppen mußten sich (im großen gesehen) angesichts des überall in Griechenland aufflammenden Aufstandes auf das Offenhalten der Verkehrsverbindungen, das eine Hauptvoraussetzung für das Gelingen der Räumung war, beschränken. Mitte September kam es dann noch zu einem Unternehmen der 104. Jäg.=Div. gegen den Zervas=Brückenkopf, nachdem vorher die Westküste aufgegeben und die Masse der deutschen Kräfte auf den Pindos zurückgenommen worden war (Mitteilung Gen. v. Buttlar 4. 9.) (Fortsetzung vgl. Kap. 12: S. 713 ff.).


e) Der dritte Einfall Titos in Serbien (Juli—August)

Größeres Ausmaß hatten die Kämpfe an dem zweiten großen, inneren Gefahrenherd des Südostens, an der serbischen Grenze, für dessen Beseitigung vom OB Südost am 21. 7. die 1. Geb.=Div. zur Verfügung gestellt worden war. Ende Juli zeichneten sich auch in Nordbosnien größere Vorbereitungen der Tito=Kräfte zum Einbruch nach Serbien ab (Lagebuch 28. 7.). Das hier neu aufgestellte III. kommun. Korps umfaßte 4 Div.en und wurde auf 7—9 000 Mann geschätzt. Dazu waren noch von Westen und Nordwesten die 6. und die 11. kommun. Div. im Anmarsch. Durch Aktionen der 7. und 13. SS=Geb.= Freiw.=Div. war es mehrfach gelungen, diese Kräfteversammlung zu stören.

An der montenegrinisch=albanischen Grenze (Berane) hatte das Unternehmen „Draufgänger” der SS=Geb.=Div. „Skanderbeg” (s. oben) zwar starke Feindkräfte auf sich ziehen, den Aufmarsch des II. und des I. Korps gegen Serbien aber nicht wesentlich hindern können. Die entsprechende Versammlung

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der südostserbischen Tito=Kräfte südlich Prokuplje war durch Kräfte des Mil.=Befehlshabers Südost zunächst zersprengt worden.

Am 29. 7. übermittelte der OB Südost dem WFStab eine Weisung an das Pz.=AOK 2 für das Unternehmen gegen die Serbien bedrohenden roten Großbanden („Rübezahl”) [Anl. 30]. Aufgabe der Armee sei es, nach Zuführung der 1. Geb.= Div., der Sturmgesch.=Brig. 201 und des Fallsch.=Jäg.=Batl. „Brandenburg” sowie unter Herausziehung aller irgendwie freizumachenden Einheiten aus minderwichtigen Einsätzen, die in Montenegro massierten Feindgruppen so zu zerschlagen, daß gegnerische Offensiv=Absichten für lange Zeit unterbunden würden und wieder eine dauernde Verbindung zwischen dem Sandschak und Westmontenegro zustande komme. Gleichzeitig müsse die nördliche Kampfe gruppe durch Angriff mit begrenztem Ziel am Uberschreiten der Drina gehindert werden. Der Angriff sollte mit zwei Schwerpunktgruppen durchge= führt werden, von denen die eine (aus der Masse der 1. Geb.=Div. bestehend) über die Linie Berani—Kolasin gegen die Linie Bjelopolje—Sinajevna, die zweite (den größten Teil der beim Unternehmen „Draufgänger” neben der Div. „Skanderbeg” eingesetzten Kräfte und die Sturmgesch.=Abt. 201 umfassend) von Plevlja aus nach Süden vorstoßen sollte. Dazu sollte noch eine Kampfgruppe der 181. Inf.=Div. (über Savniki in nordöstlicher Richtung vorgehend) den Rücken der Feindkräfte angreifen, ferner eine Kampfgruppe der 369. Inf.=Div. aus dem Raum Foča—Goradže gegen die feindliche linke Flanke vorgehen. Außerdem war noch geplant, das Fallsch.=Jäg.=Batl. „Brandenburg” über einem wichtigen Führungs= oder Versorgungszentrum des Feindes abzusetzen. Die Tito=Kräfte in Nordostbosnien (II. kommun. Korps, s. oben) soll= ten weiterhin durch die 7. und die 13. SS=Geb.=Freiw.=Div. („Prinz Eugen” und „Handschar”) bekämpft werden.

Zum ersten Mal seit den großen konzentrischen Unternehmen des Winters 43/44 („Kugelblitz”, „Waldrausch” usw.) war also wieder eine schwerpunktmäßige Zusammenfassung aller im kroatisch=montenegr. Raum verfügbaren Kräfte und wesentlicher Teile der operativen Reserven und eine großangelegte Operation gegen die Tito=Kräfte möglich geworden. Die Erfolgsaussichten mußten günstig beurteilt werden; doch war in Rechnung zu stellen, daß Tito womöglich vor Beendigung der eigenen Vorbereitungen seinerseits zum Angriff antreten konnte.
 


Der Beginn des Unternehmens verzögerte sich, da der Antransport der 1. Geb.=Div. nicht planmäßig verlief. Am 3. 8. wurde die Bahnlinie bei Mitrovica unterbrochen, während die eingetroffenen Teile der Div. im Räume Peć in die Kämpfe um den Bereitstellungsraum eingreifen mußten (Lagebuch 4. 8.). Bereits in den ersten Augusttagen begannen die Tito=Kräfte nach Osten vorzudrängen; am 4. 8. überschritten sie den Lim, am folgenden Tage erreichten

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andere Teile das Ibar=Tal. Gleichzeitig begannen die Tito=Kräfte in Nordost=Bosnien, wo jetzt das wohl mit dem III. kommun. Korps identische XII. Korps führte, über Vlasenica nach Süden zu drücken, um sich dem Angriff anzuschließen; für einen selbständigen Vorstoß nach Serbien war es anscheinend zu schwach. Am S. 8. drangen Kräfte, die vermutlich zu diesem Korps gehörten, über die Straße ostwärts Serajewo vor; am nächsten Tage überschritten sie die Braca (Lagebuch 9., 10. 8.). Auch die Kräfte in Südserbien („Hauptstab Serbien”) begannen mit dem Angriff nach Westen; gegen sie wurde das SS=Pol.=Rgt. 5 eingesetzt. Teile dieser kommun. Gruppe kamen bereits am 9. 8. bis auf 40 km an Kraljevo heran (Lagebuch 10. 8.), anscheinend um den am weitesten nach Osten vorgestoßenen Teilen des II. Korps die Hand zu reichen.

Während der OB Südost die kommun. Vorstöße Anfang August noch nicht als Beginn des eigentlichen Angriffes nach Serbien auffaßte (Lagebuch 3. 8.), mußte er dann — wie in einer größeren Meldung zum Unternehmen „Rübezahl” vom 8. 8. zum Ausdruck kam — feststellen, daß die in den letzten Tagen über das Ibar=Tal nach Osten vorgestoßenen Kräfte (2., 5. und 17. Div. des II. kommun. Korps) doch stärker seien als bisher angenommen und daß sie vermutlich bereits Verbindung mit Kräften des Hauptstabes Serbien aufgenommen hätten bzw. aufzunehmen im Begriffe seien. In Montenegro seien im wesentlichen nunmehr die 1., 3. und 37. kommun. Div. anzunehmen. Trotz der kommun. Kräfte=Konzentration in Südserbien beabsichtigte der OB Süd=ost, an dem Entschluß, zunächst die Feindkräfte in Montenegro zu schlagen, festzuhalten und unverzüglich mit dem Unternehmen „Rübezahl” zu beginnen. Es komme — so teilte er weiter mit — vor allem darauf an, die seit Monaten unterbrochene Verbindung zwischen dem Sandschak und der montenegrinischen Küste wiederherzustellen. Anschließend sei dann ein neuer Einsatz der 1. Geb.=Div. zwischen Ibar und Morava gegen die Kräfte des Hauptstabs Serbien und die aus Montenegro durchgebrochenen kommunistischen Verbände geplant, bei dem auch Teile der (nach Abschluß des Unternehmens „Kreuzotter” vermutlich an die Bahnlinie Nisch—Skoplje zu verlegenden) 4. SS=Pol.=Pz.=Div. mitwirken könnten. In dem Kräfteansatz für das Unternehmen „Rübezahl” waren gegenüber dem Befehl an das Pz.=AOK 2 vom 29. 7. einige Änderungen notwendig geworden, die der OB Südost mitteilte. Als x=Tag wurde der 11. 8. angestrebt.

Zwei Tage später, in seiner bereits im Zusammenhang der Kämpfe gegen Zervas behandelten Lagebeurteilung vom 10. S., ging der OB Südost von neuem auf die Bewegungen und Absichten der Tito=Verbände ein. Die zwi= sehen Ibar und Morava vorgehenden 3 roten Divisionen seien auf Grund ihrer Geländeanpassung nicht so erfaßt worden, wie ursprünglich angenommen werden konnte. Den Kräften des roten XII. Korps sei der Abmarsch nach Nordmontenegro gelungen, trotz sofort einsetzender Verfolgung durch Teile der 7. SS=Geb.=Freiw.=Div.; es müsse in wenigen Tagen mit ihrem Eintreffen

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in Gegend Plevlja gerechnet werden. Außerdem befinde sich die kommun. 37 Div. zur Zeit im Vorgehen aus dem Raum nördlich Prijepolje über Nova Varcs nach Serbien hinein. Die Tito=Offensive zur Inbesitznahme Südserbiens nehme also (im großen gesehen) einen fast planmäßigen Verlauf. Nach Vereinigung mit den Kräften des Hauptstabs Serbien würden sich die Divisionen des roten II. Korps vermutlich beiderseits der Eisenbahn Stalac—Nisch—Grdilica festzusetzen streben, um die Hauptversorgungsader des Südostens zu unterbrechen und Südserbien unter Ausschaltung aller D.M.=Einflüsse zum kommunistischen Herrschaftsgebiet zu machen. Die dort zur Zeit verfügbaren eigenen Truppen seien zu gering und zum größten Teil ohne wirklichen Kampfwert. Der Kampfgeist der Cetnics und der serbischen Freiwilligen lasse zu wünschen übrig; eine weitere Erschwerung bedeute die betont passive Haltung der Kommandostellen des I. (bulgar.) Okkupations=Korps (s. unten). — In einer „Beurteilung der Lage auf dem westlichen Balkan” der Abt. Fremde Heere=West vom gleichen Tage wurden die zum Einbruch nach Serbien aufmarschierenden Tito=Kräfte auf insgesamt 13 Divisionen berechnet.

Das Unternehmen „Rübezahl” begann am 12. 8. (Lagebuch 12. 8.) und führte in den nächsten Tagen zur Einnahme von Berane und zum Zurückwerfen des Gegners über den Lim; von hier aus wich er weiter nach Westen aus. Der OB Südost erklärte sich am 16. 8. mit dem bisherigen Verlauf der Kämpfe zufrieden. Ein Zeichen für die ungünstige Lage der Verbände des II. Korps sah er in der Tatsache, daß die nach Osten vorgestoßene 37. Div. (s. oben) zurückgeholt und gegen den Rücken der eigenen Angriffsgruppen angesetzt wurde (Lagebuch 17. 8.). Die Beurteilung des WFStabs ging eine Woche später dahin, daß der Aufmarsch Titos gegen Serbien zwar verzögert, aber nicht vereitelt worden sei (Mitteilung Gen. v. Buttlar 23. 8.). Gleichzeitig gingen die Kämpfe der 7. SS=Geb.=Freiw.=Div. gegen das kommun. XII. Korps an der bosnisch=montenegrinischen Grenze weiter. Es gelang den Kommunisten, (zu= nächst nur mit schwachen Teilen) die Drina zu überschreiten; später schien ihnen dann doch die Vereinigung mit Verbänden des I. Korps geglückt zu sein. Sie wurden von einem nach Plevlja heruntergezogenen Regiment der 7. SS= Geb.=Freiw.=Div. angegriffen (Lagebuch 23. 8.). Die Kräfte des Hauptstabs Serbien verhielten sich während des Unternehmens „Rübezahl” ruhig, obwohl erwartet wurde, daß Tito Teile von ihnen gemäß seiner alten Taktik gegen den Rücken der deutschen Angriffsgruppen ansetzen werde.


Nach dem Abfall Rumäniens stand es sogleich fest, daß die 1. Geb.=Div. aus dem Kampf gegen Tito herausgelöst und im Raum Nisch bereitgestellt werden mußte. Durch das nach kurzer Zeit erkennbare enge militärische Zusammenarbeiten der Sowjets mit den Rumänen und bald auch mit den Bulgaren war hier in kurzer Zeit von der Struma bis hinauf zu den Karpaten eine neue Front entstanden, an der sämtliche operativen Reserven des OB Südost beschleunigt zum Einsatz gebracht werden mußten. Neben der 1. Geb.=Div. wurden an sie

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auch die 4. SS=Pol.=Pz.=Div. (beide Divisionen konnten frühestens am 3—4. 9. an den Versammlungsorten eintreffen; s. oben) und die 11. Lw.=FeId=Div. herangezogen.

Die Kämpfe gegen die Tito=Kräfte gingen zwar weiter; jedoch war nach Abzug der 1. Geb.=Div. kein durchschlagender Erfolg mehr zu erwarten. Am 30.8. war das Unternehmen „Rübezahl” beendet (Lagebuch 30.8.). Der Kräftebedarf der neuentstandenen Landfront zwang in beständig zunehmendem Maße zu Abzügen von Truppen aus dem kroatisch=montenegrinischen Raum einschließlich der Küstenverteidigung. So mußte dem OB Südost am 30. 8. die Räumung der Orte Drvar, Jajce, D.Vakuf, Bugojno, Nikšić und Debar, die in den Kämpfen mit Tito während der letzten Jahre eine große Rolle gespielt hatten, freigegeben werden. Banja Luka, das als zukünftige Hauptstadt Kroatiens galt, wurde (nachdem es in der zweiten Septemberhälfte schwer umkämpft und vorübergehend eingeschlossen worden war) auf ausdrücklichen Befehl des OKW (1.10.) gehalten. Auch die 7. SS=Geb.=Freiw.=Div. mußte aus dem Kampf gegen die Aufständischen herausgelöst und an der Dreiländerecke als Armeereserve bereitgestellt werden (später in Serbien). Bei der SS=Div. „Skanderbeg” in Albanien mehrten sich Anfang September Überläufer und andere Verfallserscheinungen, so daß schließlich ihre Auflösung verfügt werden mußte. Gleichzeitig machte der Zerfall des kroatischen Heeres rasche Fortschritte. Schwer wogen die Auflösungserscheinungen bei den Legionsdivisionen, die fest in die deutsche Gesamtverteidigung des Südostens eingespannt waren. Auch die Kämpfe gegen die Kräfte des Hauptstabs Serbien mußten abgebrochen werden, da alle frontverwendungsfähigen Kräfte des Mil.=Befehlshabers Südost an die bedrohte Ostflanke oder in das durch den Abzug des bulgarischen Okkupations=Korps entstandene Vakuum geführt werden mußten (Lagebuch 31. 8.). Im großen gesehen mußte sich der OB Südost auf den Schutz der Bahnen und einzelner Rohstoffgebiete beschränken, während Tito — ohne daß er zu größeren Angriffshandlungen hätte schreiten müssen — die Masse des Landes zufiel (Mitteilung Gen. v. Buttlar 25. 9.).

Wenn den Tito=Kräften auch in den Kämpfen der Sommermonate erhebliche Verluste beigebracht und ihre Absichten wiederholt verzögert oder vereitelt worden waren, so hatte (im großen gesehen) ihre Gesamtorganisation und Kampfkraft nicht wesentlich gelitten. — Als die roten Korps im Laufe des September hinter den abgezogenen deutschen Verbänden auf breiter Front zur Vereinigung mit den Sowjets nach Osten zu drängen begannen, gab der OB Südost in einer für den Chef WFStab persönlich bestimmten Lagebeurteilung vom 21. 9. ein zusammenfassendes Urteil ab, mit dem die Betrachtung der Kämpfe gegen Tito schließen möge:

„Die Klassifizierung des Feindes als ,Bandengegner' und der mit ihm zu führenden Kämpfe als Bandenkrieg ist endgültig als falsch zu bezeichnen. Es handelt sich, mit Ausnahme der Neuaufstellungen, um operativ und taktisch

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gut geführte, mit schweren Waffen beneidenswert ausgerüstete und von einer nicht zu unterschätzenden Dynamik getragene Kräftegruppen von ständig wachsender Zahl. Ich weiß mich dabei frei von dem Fehler, den Feind zu überschätzen, da gerade die gegenwärtigen Kämpfe und ihre beiderseitigen Erfolgs= und Verlustzahlen objektive Beurteilungsunterlagen sind.”
 

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