Die Volker Südosteuropas im 6. bis 8. Jahrhundert

Südosteuropa Jahrbuch, 17. Band (1987)

 

3. Das awarische Khaganat und die anderen Gentes im Karpatenbecken (6.-8.Jh.)

 

Walter Pohl, Wien.

 

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Ist von "den Awaren" die Rede, hat der in modernen Kategorien denkende leicht einen falschen Eindruck von ethnischer Geschlossenheit. Ähnliches kann geschehen, wenn die Polyethnie des Awarenreiches hervorgehoben wird: Oft werden dann die unter awarischer Herrschaft lebenden Angehörigen verschiedener Gentes als feste Einheiten verstanden, das Khaganat gilt nur mehr als Hülle, ja Maske einer in Wahrheit slawischen oder bulgarischen Ethnogenese. In dieser Betrachtungsweise konnten die Awaren, die doch selbst als Urahnen irgendeiner modernen Nation nicht in Frage kommen, zum Thema wissenschaftlichen Streites um nationale Wurzeln werden. Heute sind viele der Vereinfachungen, die so entstanden waren, zurechtgerückt [1]. Dennoch führt das Denken in ethnischen Einheiten immer noch zu falschen Fragestellungen: sei es beim Problem 'romanischer Kontinuität' in Rumänien oder in der Diskussion des awarisch-slawischen Verhältnisses.

 

Gegensätzliche Positionen gehen dabei meist von dem gleichen Vorverständnis aus wie z.B. zwei Theorien zum Schicksal der Bulgaren im Karpatenbecken. Ende der Fünfzigerjahre versuchte Simonyi, aus den spärlichen Quellenangaben einen einheitlichen Schicksalsfaden "der" pannonischen Bulgaren zu spinnen [2]. Nach seiner Hypothese hätten sich diese Bulgaren im 5. Jahrhundert im Karpatenbecken niedergelassen und dort bis ins 9. Jh. oder noch länger allen Stürmen der Zeit widerstanden. Erst vor einigen Jahren hat Bona diese Auffassung entkräftet [3].

 

 

1. Grundsätzlich dazu W. Fritze, Die Bedeutung der Awaren für die slawische Ausdehnungsbewegung im frühen Mittelalter, in: G. Mildenberger (Hrsg.), Studien zur Völkerwanderungszeit im östlichen Mitteleuropa (Marburg 1980) 498-545. František Graus, Die Entwicklung Mitteleuropas im 8. Jahrhundert und die Vorbedingungen der Staatenentwicklung in diesem Gebiet. Settimane di Studio del Centro Italiano di Studi sull'Alto Medioevo 20, 1973, 451 ff. H. Wolfram, Ethnogenesen im frühmittelalterlichen Donau- und Ostalpenraum (6.-10. Jahrhundert). (Nationes, im Druck). F. Daim, Die Awaren in Niederösterreich. Wissenschaftliche Schriftenreihe Niederösterreich 28 (1977). W. Pohl, Das Awarenreich in Europa, 558-700. Gentile und imperiale Politik. Maschinenschr. Diss. (Wien 1984). Ders., Strategie und Sprache - Zu den Ethnogenesen des Frühmittelalters, in: S. Ureland (Hrsg.), Entstehung von Sprachen und Völkern. Linguistische Arbeiten 162 (1985) 227-250.

 

2. D. Simonyi, Die Bulgaren des 5. Jahrhunderts im Karpatenbecken. Acta Arch. Hung. 10, 1959, 227-250.

 

3. I. Bona, Das erste Auftreten der Bulgaren im Karpatenbecken. Turkic-Bulgarian-Hungarian Relations (6th-11th Centuries). Studia Turco-Hungarica 5, 1981, 79-112. Vgl. Pohl a.a.O. (Anm. 1) 48H.

 

 

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Zu einem ganz anderen Ergebnis kam kürzlich Vékony [4]: Er sah innerhalb von nicht einmal 150 Jahren gleich vier verschiedene bulgarische Gruppen im Karpatenbecken am Werk. Dahinter steckt dieselbe recht statische Vorstellung von der Rolle der Völker in der Steppenzone des Frühmittelalters: Kann eine ethnische Kontinuität nicht mehr behauptet werden, so erklärt man alle Veränderungen durch das Auftreten neuer Völker oder Volksteile.

 

Die Suche nach den 'Nationalitäten' des Awarenreiches ist also irreführend. Zum Glück enthalten die Quellen selbst einige Hinweise darauf, wonach wir zu suchen haben. Am aufschlußreichsten ist die berühmte Kuver-Episode der Ende des 7. Jahrhunderts in Thessalonike verfaßten 'Miracula Demetrii' [5], wo vom Schicksal der Nachkommen in Pannonien angesiedelter rhomäischer Kriegsgefangener erzählt wird. "Von da an mischten sie sich mit Bulgaren, Awaren und anderen Ethnika und hatten Kinder untereinander, und sie wurden ein unzählbares Volk. Jedes Kind erhielt vom Vater die Traditionen der Heimat und den Eifer seines Volkes nach römischer Sitte. Sechzig und mehr Jahre waren vergangen, seit die Barbaren ihre Vorfahren verschleppt hatten, ein neues Volk war in jener Region entstanden, und mit der Zeit hatten die meisten ihre Freihheit erlangt. Der Khagan der Awaren betrachtete sie nun als eigenes Ethnos und gab ihnen nach der Sitte seiner Gens einen Anführer namens Kuver" [6]. Das 'neue Volk' erhob sich nun gegen den Khagan, schlug sein Heer in mehreren Gefechten und zog nach Makedonien ab. Hier tat Kuver drei Dinge, um seine Herrschaft und damit seine Gens zu stabilisieren: Er bat den Kaiser um Anerkennung, er verlangte von ihm, die benachbarten Slawen zur Versorgung seines Heeres anzuweisen, und er versuchte, seine heimkehrwilligen Untertanen durch die Eroberung Salonikis an sich zu binden. Daß all dies nur zum Teil gelang, schrieb die zeitgenössische Quelle dem Eingreifen des heiligen Demetrius zu. Trotz des Fehlschlages wirkt die Geschichte wie eine Ethnogenese aus dem Lehrbuch. Sie zerfällt in zwei Teile: Der zweite, nach dem Aufstand, zeigt alle Elemente, die auch in den Stammessagen der Bulgaren oder der Kroaten [7]

 

 

4. G. Vekony, Onogurok es Onogundurok a Kârpât-medenceben. A Szolnok megyei Muzeomok evkönyve 1981, 71-82.

 

5. Miracula S. Demetrii, 2,5 hrsg. Lemerle 1, 227fr.

 

6. Ebd. 2,5,286 S. 228.

 

7. Vgl. W. Pohl, Das Awarenreich und die "kroatischen" Ethnogenesen, in: H. Wolfram u. A. Schwarcz (Hrsg.), Die Bayern und ihre Nachbarn 1. Denkschriften der Österr. Akad. d. Wiss. Phil. Hist. Klasse 179, 1985, 293-298. Bulgarensage: Theophanes, Chronographia a. 6171, hrsg. de Boor, 357. Kroatische und serbische Wandersage: Konstantin Porphyrogennetos, De admin. imp. c. 29-32, hrsg. Moravcsik u. Jenkins, i22ff.

 

 

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vorkommen. Der erste gibt eine Vorstellung vom Leben einer Bevölkerungsgruppe nicht-awarischer Herkunft unter der Herrschaft des Khagans und von den ethnogenetischen Prozessen, die dabei wirksam wurden:

 

- Deutlich wird der Zusammenhang zwischen sozialen und ethnischen Prozessen - in diesem Fall führt sozialer Aufstieg zur Ethnisierung, ebenso wie umgekehrt Überschichtung durch ein anderes Volk zu sozialem Abstieg und teilweisem Verlust ethnischer Identität führen kann.

 

- Entscheidend ist dabei, wie weit die eigene Überlieferung bewahrt werden kann - paradoxerweise dient in diesem Fall die römische Tradition als Grundlage einer gentilen Herrschaftsbildung. Gleichzeitig paßt man sich der Lebensweise der Reiterkrieger an - anders wäre sozialer Aufstieg im Awarenreich nicht möglich.

 

- Der Khagan akzeptiert und fördert Ethnogenesen in seinem Machtbereich und versucht, sie herrschaftlich einzuordnen. Auch die Einheirat von Awaren in eine ehemalige Sklavengruppe ist möglich.

 

Ethnogenesen sind keine Naturprozesse, sondern Ergebnisse politischer Entscheidungen. Etwa scheinen die awarischen Khagane, im Unterschied zu Attila, die Herausbildung eines eigenständigen Königtums in ihrem Bereich nicht geduldet zu haben. Sogar als bald nach 626 ein bulgarischer Prätendent einem Awaren das Khaganat streitig machte, war es immer noch das awarische [8]. Anders als das Hunnenreich nach 453 überstand der Awarenstaat diese Krise. Außergewöhnlich ist, daß der Rivale überhaupt als Bulgare bezeichnet wird, obwohl er sicherlich ein Mitglied der Führungsschicht des Awarenreiches war. Denn sonst gibt es zwar eine Reihe von offensichtlich nicht-awarischen Namen im awarischen Hochadel: Kotrageros/Kutriguros, Kunimon und Unguimeri [9] gehören dazu. Den zeitgenössischen Quellen jedoch gelten sie als Awaren.

 

Die Frage nach dem Verhältnis des Khaganats zu den Gentes führt daher zur Frage: Wer war eigentlich Aware? Das ist gar nicht so selbstverständlich. Schon die aus Zentralasien abziehenden Awaren hatten sich laut Theophylakt10 diesen Namen nur zugelegt, um vom schlechten Ruf der wirklichen Awaren zu

 

 

8. Fredegar, Chronika 4, 72, hrsg. Kusternig, 242.

 

9. Kotrageros/Kutriguros: Menander, Exe. de legationibus fr. 6, hrsg. Dindorf 6. Kunimon: Ebd. fr. 9, S. 8 (als Oikunimon gelesen). Unguimeri: Rythmus de Pippini regis victoria Avarica 6, hrsg. Dümmler, MGH Poetae Latini 1, 116L

 

10. Theophylaktos Simocatta, Historiae 7, 7-9, hrsg. Wirth u. de Boor 256-262. H.W. Haussig, Theophylakts Exkurs Über die skythischen Völker. Byzantion 23, 1953, 2871L

 

 

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profitieren. Ähnlich handelten wahrscheinlich slawische Gruppen, besonders in Griechenland, was bei den Annalisten einige Konfusion verursachte [11]. Geht man nach den Gefangenen, die der byzantinische Feldherr Priskos nach einem Sieg um 600 säuberlich trennen und zählen ließ, so waren die Awaren in ihrem eigenen Heer bei weitem in der Minderzahl [12]. Auf der anderen Seite gelang es dem Khaganat, den Awarennamen praktisch zu monopolisieren: Während der Herrscher der Hunnen, Goten oder Bulgaren immer nur einen Teil seiner Gens unter sich vereinigen konnte, finden sich Awaren, die auf eigene Faust operieren oder sich dem römischen Heer anschließen, so gut wie nicht. Mit dem Fall des Khaganats und dem Scheitern des letzten Restaurationsversuches verschwindet auch der Awarenname aus den Quellen.

 

Jeder Versuch, die Awaren zu definieren und von anderen Gentes abzugrenzen, geht an der frühmittelalterlichen Realität vorbei. Awaren im engeren Sinn waren die Angehörigen der beiden Clans "War" und "Qun", die sich auf dem Weg nach Europa Awaren nannten und den Traditionskern stellten; dann diejenigen, die sich ihnen angeschlossen und Karriere gemacht hatten; im weiteren Sinn die Angehörigen des awarischen Reiterheeres oder auch die Gesamtheit der unter awarischer Herrschaft lebenden Völker. Wieder anders ist das archäologische Bild, das die Angehörigen "awarenzeitlicher" Kulturen und ihre geographische Verbreitung zeigt.

 

Ebenso dynamisch ist die Zugehörigkeit zu den nichtawarischen Gentes im Machtbereich des Khaganats aufzufassen: Je nachdem, ob sie dem Sog des Awa-rennamens und der Erfolge, die sich damit verknüpften, ausgesetzt waren oder der Notwendigkeit, sich von den Awaren abzugrenzen. Das Maurikios-Strategi-kon beschreibt sehr schön die Möglichkeit, Slawe und Römer oder Gepide zugleich zu sein [13]. Solche doppelte Zugehörigkeit dürfte im Bereich der Reitervölker nicht bloß Ausnahme gewesen sein [14].

 

Unter diesen Voraussetzungen ist es schwer, allgemeine Aussagen über das Verhältnis des Khaganates zu einzelnen Gentes zu machen. Der Forschungsgegenstand löst sich auf in eine Fülle von Einzelfragen. Die einst so heftig geführte

 

 

11. Etwa in der Chronik von Monemvasia, vgl. P. Charanis, Observations on the History of Greece during the Early Middle Ages. Balkan Studies 11 ,1970, 14-34· A.N. Stratos, Byzan-tium in the 7th Century 1 (Amsterdam 1968) 119; 2 (1971), 151.

 

12. Vgl. Pohl a.a.O. (Anm. 1) 421. Theophylactus 8,3 S. 289. Theophanes a. 6092, S. 282.

 

13. Maurikios, Strategikon 11,4, hrsg. Dennis u. Gamillscheg 381.

 

14. Vgl. O. Pritsak, Stammesnamen und Titulaturen der altaischen Völker. Ural-altaische Jahrbücher 24 ,1952, 511. Pohl a.a.O. (Anm. 1) 44.

 

 

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Debatte über die Stellung der Slawen im Awarenreich etwa - harte Knechtschaft oder eine Art Völkerbund unter awarischer Führung? - hat einer Vielzahl regionaler und zeitlicher Differenzierungen Platz gemacht [15]. Das Herrschaftsgebiet des Khaganates sollte nicht überschätzt werden. Während der größten Machtentfaltung unter Bajan scheuten sich Slawen an der unteren Donau nicht, einen awarischen Gesandten, der Tribut forderte, zu ermorden [16]; Byzanz führte mit diesen Slawen jahrelange Kriege, ohne - trotz gelegentlicher Proteste - den Frieden mit den Awaren dadurch zu brechen [17]). Auf der anderen Seite vermochte der Khagan damals zu großen Kriegszügen Krieger zwischen Ostsee und Ägäis zu mobilisieren. Das Verhältnis der Slawen zum awarischen Donaureich war ambivalent und reichte von Greueln, wie sie Fredegar und die Nestor-Chronik beschreiben, bis zu dringenden Bitten an den Khagan, sich doch an einem erfolgversprechenden gemeinsamen Unternehmen zu beteiligen [18]. Das Spektrum der Möglichkeiten widerstrebt jeder völkerrechtlichen Einordnung; doch sollte man bei aller Verflechtung nicht so weit gehen, durch den Kunstbegriff "Awaroslawen" den Unterschied überhaupt zu verwischen. Weit weniger kontrovers ist das Schicksal der Gepiden unter awarischer Herrschaft. Aus den Quellen geht hervor, daß sie neben gelegentlicher Beteiligung an Kriegszügen in eigenen Dörfern lebten und so den Untergang ihrer Herren überdauerten [19]. Diesem Bild entspricht der Befund der Grabungen von Attila Kiss in Kölked, auch wenn der Fundort nicht im ehemaligen Gepidengebiet liegt [20]. Spuren zurückgebliebener Langobarden haben weder schriftliche Quellen noch Bodenfunde bisher eindeutig ergeben [21].

 

 

15. Vgl. Fritze a.a.O. (Anm. ι) 5011L, mit ausführlichem Bericht Über die Kontroverse sowie seine anschließenden eigenen Untersuchungen. Pohl a.a.O. (Anm. 1) 107-123.

 

16. Menander fr. 48, S. 100.

 

17. Theophylactus 6,6 S. 231t; 6,11 S. 242-245; 7,7 S. 256. Vgl. dazu den Beitrag von E. Chrysos in diesem Band.

 

18. Fredegar 4,48 S. 210. Miracula Demetrii 2,2,197 S. 180. Fritze a.a.O. (Anm. 1) 5071. und 5171.

 

19. P. Lakatos, Quellenbuch der Gepiden (Szeged 1973) 103-113. W. Pohl, Die Gepiden und die Gentes an der Mittleren Donau nach dem Zerfall des Attilareiches in: H. Wolfram u. F. Daim (Hrsg.), Die Völker an der mittleren und unteren Donau im 5. und 6. Jahrhundert. Denkschriften der Österr. Akad. d. Wiss. Phil. Hist. Klasse 145, 1980, 300.

 

20. A. Kiss, Das Gräberfeld und die Siedlung der awarenzeitlichen germanischen Bevölkerung von Kölked. Folia Archeologica 30, 1979, 185-191 sowie seinen Beitrag in diesem Band.

 

21. Die Deutung des Gräberfeldes von Värpalota als Spur awarisch-langobardischen Zusammenlebens (J. Werner, Die Langobarden in Pannonien. Bayer. Akad. d. Wiss. Philol.- Hist. Kl. Abhandl. N.F. 55) scheint sich nicht durchgesetzt zu haben. Vgl. 1. Bona, Ein Vierteljahrhundert Völkerwanderungszeitforschung in Ungarn. Acta Arch. Hung. 23, 1971, 281.

 

 

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Die in letzter Zeit am meisten diskutierte Frage ist die nach dem Schicksal der 'awarischen' Bulgaren. Um an einem Beispiel die Schwierigkeiten der historischen Forschung und der Interpretation archäologischer Ergebnisse zu zeigen, soll auf dieses Problem näher eingegangen werden.

 

Gewisse Einigkeit besteht darin, daß bulgarische Gruppen seit 567 mit den Awa-ren im Karpatenbecken lebten und hier im 7. Jahrhundert eine bedeutende Rolle spielten. Nach dem Bericht über Kuver - eine späte Handschrift der Miracula Demetrii bezeichnet ihn als Bulgaren - werden sie nicht mehr erwähnt; allerdings sind für diesen letzten Zeitabschnitt der awarischen Geschichte die Quellen insgesamt dürftig. Gerade für diese Zeit wurde in letzter Zeit eine massive Präsenz neu angekommener Bulgaren im - nur mehr dem Namen nach - awarischen Reich behauptet.

 

Diese Theorie stützt sich auf archäologische Befunde, die zweimal im Lauf der awarischen Geschichte grundlegende Änderungen der Kultur vermuten lassen. Diese Wandlungen werden zumeist mit Neuzuwanderungen aus dem Osten erklärt. Im einzelnen weichen die verschiedenen Invasionstheorien stark voneinander ab, man rechnet mit einer oder zwei Völkerwellen, die verschieden datiert werden und aus verschiedenen Gegenden kommen sollen. Meist nimmt man bulgarische Einwanderer an, jüngst ist von einem türkischen Element die Rede [22]. Zur historischen Abstützung der Invasionstheorien wurde nach Hinweisen in schriftlichen Quellen gesucht. Tatsächlich berichtet die im 9. Jahrhundert bei Theophanes wiedergegebene bulgarische Wandersage von einer solchen Wanderung. Einer der fünf Söhne des Khagans Kuvrat (der um die Mitte des 7. Jahrhunderts starb) [23] soll nach diesem Bericht mit seinen Leuten nach Pannonien gegangen sein. Wie er hieß und wie groß seine Gefolgschaft war, wird nicht gesagt. Beševliev [24] hat aufgrund einer donaubulgarischen Inschrift versucht, ihn mit Kuver zu identifizieren. Die These ist elegant, aber nicht unwidersprochen geblieben [25]. Als bewiesen kann sie nicht angesehen werden.

 

 

22. I. Bona, Die Awaren. Ein asiatisches Reitervolk an der mittleren Donau. Awaren in Europa, Schätze eines asiatischen Reitervolkes, 6.-8. Jahrhundert. Katalog (Frankfurt 1985) 15 und ebd. der Beitrag von E. Garam.

 

23. Theophanes a. 6171, S. 357.

 

24. V. Beševliev, Zur Deutung und Datierung der protobulgarischen Inschrift vor dem Reiterrelief von Madara, Bulgarien. Byzantinische Zeitschrift 27, 1954, 117ff. Ders., Die protobulgarische Periode der bulgarischen Geschichte (Amsterdam 1981) 159ff.

 

25. Ρ. Charanis, Kouver, the Chronology of his Activities and the Ethnic Effects on the Region around Thessalonca. Balkan Studies 11, 2 (1970). Mit Vorbehalt für die Version Beievlievs der Editor Lemerle 2, 145. Ausführlich dazu Pohl a.a.O. (Anm. 1) 171 ff. Siehe künftig auch die Publikation von J. Werner über den Schatz von Vrap.

 

Das awarische Khaganat und die anderen Gentes im Karpatenbecken (6.-8.Jh.)

 

 

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Dennoch hat Szadecky-Kardoss [26] darauf seine Invasionstheorie aufgebaut. Der Sohn des großen Bulgarenkhagans hätte - sozusagen im Vorübergehen - ethnische Zusammensetzung, materielle Kultur und Bestattungssitten der Awaren umgekrempelt, bevor er mit einer zusammengewürfelten Schar nach Makedonien weiterzog. Diese Version bringt im Grund kein neues Argument für eine Völkerwelle, sie gibt ihr nur einen Namen. Dieser Name ist der einzige, den wir aus eineinhalb Jahrhunderten awarischer Geschichte kennen, und auch nur deshalb, weil Kuvers Pläne zufällig am wunderbaren Eingreifen des Schutzheiligen von Saloniki scheiterten. Es ist fraglich, ob wir mit Kuver noch mehr in Zusammenhang bringen sollten, als wir ohnehin von ihm wissen. Wäre er der Bruder des großen Asparuch gewesen und hätte wirklich eine so glänzende Karriere hinter sich gehabt, hätte zumindest Theophanes ihn erwähnt - spätestens anläßlich des Zuges Justinians II. nach Thessalonike [27].

 

Es bleibt der wertvolle Hinweis auf bulgarische Zuwanderer in der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts. Wie umfangreich und folgenschwer diese Invasion war, läßt sich aus den Quellen nicht ablesen - immerhin zog nach der Bulgarensage auch einer der Kuvrat-Söhne nach Italien, offensichtlich ohne das Land zu 'bulgarisieren'.

 

In letzter Zeit wurde an anderer Stelle nach Hinweisen auf bulgarische Einwanderer gesucht. Istvän Bona hat im Zusammenhang mit Forschungen von Vekony und Olajos vor allem zwei Argumente präsentiert [28]:

 

1. In der alamannischen Annalengruppe sowie in den Niederaltaicher Annalen werden die Awaren anläßlich der Feldzüge unter Karl dem Großen als "Vandali" bezeichnet.

 

2. Eine Schenkung Ludwigs des Deutschen um 860 am Zöbernbach im südöstlichsten Niederösterreich wird u.a. durch einen Berg namens "marca Wangario-rum" begrenzt.

 

Bona hat daraus folgende Schlüsse gezogen: Die benachbarten Slawen wußten, daß das Awarenreich in Wirklichkeit von Onoguren getragen wurde, die sich "Wangar" nannten. Auch bei Bayern und Alamannen wurde dieser Name üblich,

 

 

26. S. Szâdecky-Kardoss, Kuvrat fiânak. Antik Tanulmänyok 15, 1968, 841L Skeptisch dazu in letzter Zeit: Bona a.a.O. (Anm. 3) 108.

 

27. Theophanes a. 6180, S. 364.

 

28. Bona a.a.O. (Anm. 3) 10911. Vekony, Onogurok. Th. Olajos, Adalek a(h)ung(a)ri(i) nephlo es ei kesoilavarkori etnikum törtenetehez. Antik Tanulmänyok 16, 1969, 87-90. Dazu auch RE Suppl. 12, 902-906 s.v. Onoguroi (S. Szädecky-Kardoss).

 

 

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meist als "Vandali" wiedergegeben, während die fränkischen Chronisten bei den traditionellen Namen "Huni" und "Awari" blieben. Damit wäre die Schlüsselrolle der Onogur-Bulgaren im späten Awarenreich belegt.

 

Eine genaue Untersuchung muß dieses Bild leider relativieren.

 

1. Die Niederaltaichtaler Annalen - die einzige bayerische Quelle, die "Vandali" gebraucht - sind, wie schon Monumenta-Editor Pertz feststellte, Anfang des 11. Jahrhunderts unter Verwendung der alamannischen Annalen entstanden [29]. Die übrigen bayerischen Annalen, etwa in den Zentren Salzburg und Regensburg - nennen keine "Vandali". Auch die zweifellos über die Verhältnisse im Osten bestinformierten Quellen, die Reichsannalen bzw. ihre Einhard-Überar-beitung sowie die Briefe Alkuins enthalten keinen Hinweis auf "wangar"-Vandali.

 

2. Sämtliche Codices der alamannischen Annalengruppe gehen nach den Forschungen von Walter Lendi [30] für die Neunzigerjahre des 8. Jahrhunderts auf (verlorene) Annalen des Klosters Murbach im Elsaß zurück. Also können sämtliche Vandali-Nennungen auf den Murbacher Chronisten zurückgeführt werden. Es ist nicht einzusehen, warum gerade er besonders gut über die Verhältnisse in Pannonien Bescheid gewußt haben sollte - zumal er auch sonst unzuverlässig ist: er datiert Karls "Vandalen"zug auf 790 statt auf 791; für Tudun ist (in den Abschriften) "Zotanus" und "Rotanus" zu lesen.

 

3. Dem Kopisten, der - nach Lendi 799 auf der Reichenau - die älteste Fassung der alamannischen aus den Murbacher Annalen herstellte, war die Gleichung Vandali = Avari unklar - er schrieb nach dem unter 790 angeführten "Vanda-len"zug zu 791 das selbe Ereignis noch einmal als Hunnenzug nieder.

 

4. Es gab allerdings im alamannischen Bereich eine eigene Vandalen-Tradition: sie wird gegen 850 besser faßbar, als der Mönch Ermenrich einen historischgeographischen Zusatz zur Vita S. Galli verfaßte [31]. Der Exkurs beginnt mit der Invasion der "Alamannen, Sueven und Wandalen" Anfang des 5. Jahrhunderts. Man glaubte also in St. Gallen zur Karolingerzeit, daß Alamannen und Schwaben gemeinsam mit den Vandalen gewandert seien. Quelle dieser Vorstellung ist Beda, der den Zug der Vandalen, Alanen und Sueben als eines von

 

 

29. MGH SS 20, 776.

 

30. W. Lendi, Untersuchungen zur frühalamannischen Annalistik. Die Murbacher Annalen (Freiburg 1971) 84.

 

31. Ermenrici Coenobitae Augiensis Tentamen Vitae s. Galli Adornandae. MGH SS 11, 31.

 

  

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wenigen kontinentalen Ereignissen in seiner Kirchengeschichte erwähnt [32]. Daß man schon in der Pirmin-Gründung Murbach Beda kannte, ist anzunehmen: Der unbekannte Chronist der "Vandalenkriege" Karls des Großen konnte daraus entnommen haben, daß Pannonien einst die Heimat der Vandalen gewesen war. 5. Daß der Murbacher Chronist sich unter den "Vandali" seiner Epoche awarische Onoguren vorstellte, ist natürlich nicht prinzipiell auszuschließen. Aber andere "pseudologische Gleichsetzungen" sind plausibler [33]. Die naheliegendste wäre die später so häufige Vandali = Winidi. Gerade in St. Gallen gab es noch eine andere, überraschende Auffassung, wie eine wenig bekannte Glosse zu den Dialogen Gregors zeigt: "Wandali, quidam populi de Affrica, quorum relique fertur, ut sint Paiwarii" [34]. Dahinter steht wohl eine andere Gleichsetzung, die Isidor von Sevilla vollzogen hatte: Nämlich die der Vandalen mit den keltischen Vindelikern, die einst Bayern bewohnt hatten [35]. Es scheint also, daß man in St. Gallen zur Karolingerzeit die Herkunft von Alamannen, Bayern und Schwaben auf jenen Vandalenzug zurückführte, von dem man durch Beda Kunde hatte. Das muß nicht bedeuten, daß man die zeitgenössischen Bayern einfach für Vandalen hielt. Denn auch das Wissen um die Herkunft der Vandalen aus Pannonien hielt sich, und nach den 880 in St. Gallen verfaßten Gesta Karoli wüteten Goten und Vandalen in dieser Provinz noch unter awarischer Herrschaft [36]). Eine Tacitus- Fassung der Zeit um 800 nennt Ingo als gemeinsamen Stammvater der Sachsen, Thüringer, Bayern und Vandalen [37]. "Wenn nun die Bayern und die Vandalen-Slawen denselben Stammvater Ingo haben, dann sind sie eben Brüder", schließt Wolfram [38] aus diesem und ähnlichen Belegen. Daß man in den Klöstern der Karolingerzeit neben Vandalen- Wenden auch

 

 

32. Beda, Historia Ecclesiastica 11, hrsg. Colgrave 38.

 

33. Vgl. dazu H. Wolfram, Conversio Bagoariorum et Carantanorum. Das Weißbuch der Salzburger Kirche über die erfolgreiche Mission in Karantanien und Pannonien (Wien-Köln-Graz 1979) 102.

 

34. Freundliche Mitteilung von Dr. Zimmermann, München. E. Steinmeier u. E. Sievers, Die althochdeutschen Glossen 2 (Berlin 1879) 246. Ältere glossierte Codices desselben Textes (z.B. aus Fulda, ebd. 244) enthalten diese Bemerkung noch nicht.

 

35. Isidor, Etymologiae 9,2,96 hrsg. Lindsay.

 

36. Monachi Sangallensis de gestis Karoli imperatoris. MGH SS 11, 744. Vgl auch die Glosse im Codex antiquissimus von Wessobrunn "Pannonia ... Wandoli habent hoc". Monumenta Boica 7, 373·

 

37. Tacitus, Germania 2,2. Wolfram a.a.O. (Anm. 33) 102.

 

38. Ebd. 102.

 

 

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Vandalen-Onoguren als 'Brüder im Osten' kannte, ist nicht auszuschließen, aber - wie hier gezeigt werden sollte - bei weitem nicht die einzige Erklärung. Bonas zweites Argument ist die "marca Wangariorum" in der Buckligen Welt. Auf sprachwissenschaftliche Erwägungen, ob sich dahinter eine Mark der Wangbewohner, wie traditionell angenommen [39], oder die Onogurengrenze verbergen, kann hier nicht eingegangen werden. Selbst wenn wir letzteres annehmen, kann kaum von einem 'Buckel' bei Aspang um 860 auf den Zustand des ganzen Awa-renreiches im 8. Jahrhundert geschlossen werden. Genausogut wäre eine regionale Gruppe denkbar, die den Onogurennamen bewahrt oder sich nach dem Fall des Khaganats zugelegt hatte. Bedenkt man zudem, daß auch die Awaren selbst nach Theophylakt eigentlich Onoguren waren [40], so sind genaue Aussagen über die Herkunft eventueller burgenländischer (v)agr-Wangari nicht zu machen. Das historische Fundament der Invasionstheorien bleibt also dürftig, die Frage muß weiterhin vor allem der archäologischen Diskussion überlassen bleiben. Eindeutig scheint, daß mittel- wie spätawarenzeitliche Kultur für das Karpatenbecken spezifisch sind: ein geschlossenes Herkunftsgebiet, das alle wesentlichen Züge dieser Kulturen aufweisen würde, ist noch nicht gefunden worden, die Parallelen sind weit gestreut [41]. Wie unter diesen Umständen die beiden Kulturbrüche zu deuten sind, müßte auch methodisch diskutiert werden: Welche historischen Prozesse könnten den beobachteten Stilwandel ausgelöst haben? Dabei dreht es sich nicht nur um die Alternative zwischen einem bloßen Wechsel der Mode und einer Völkerwelle.

 

Beim jetzigen Stand der Forschung muß der Historiker darauf verzichten, jedem archäologischen Befund Namen und Datum zuzuordnen. Doch er kann immerhin Aussagen darüber machen, welcher Art die Prozesse waren, die das Awarenreich im 7. Jahrhundert und wohl auch noch darüber hinaus erschütterten [42]. Zuwanderungen spielen dabei sicher eine Rolle, eigentlich eine Selbstver-

 

 

39. D.LD.101, 860. E. Klebel, Die Ostgrenze des karolingischen Reiches. Jahrbuch f. Landeskunde von Niederösterreich 1928, 370. H. Weigl, Historisches Ortsnamenbuch von Niederösterreich 7 (Wien 1975) 53.

 

40. Theophylactus 7, 7-9 S. 256-262.

 

41. I. Kovrig, Das awarenzeitliche Gräberfeld von Alattyän. Archeologia Hungarica 40, 1963, 238fr. Bona a.a.O. (Anm. 21) 325t. Ders. a.a.O. (Anm. 22) 1 sff. Allgemein Über die östlichen Beziehungen des awarischen Fundgutes: C. Balint, Vestiges archeologiques de l'epoque tardive des Sassanides et leurs relations avec les peuples des steppes. Acta Arch. Hung. 30, 1978, 173-212. Daim a.a.O. (Anm. 1) 12.

 

42. Pohl a.a.O. (Anm. 7) 293H.

 

 

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ständlichkeit in Steppenreichen, ebenso Abwanderungen, über die wir etwas besser unterrichtet sind. Schwere innere Auseinandersetzungen prägten die Zeit um 626 und gingen dem Abzug der Kuver-Gruppe voraus. Die großen Kriegszüge der ersten Jahrzehnte hörten fast auf, die Zahlungen aus Byzanz versiegten, dafür verstärkten sich Siedlung und landwirtschaftliche Tätigkeit im Karpatenbek-ken selbst.

 

Auch die Verfassung änderte sich grundlegend: Vom Ende des 8. Jahrhunderts kennen wir ein Doppelfürstentum und eine differenzierte Ranghierarchie nach östlichem Muster, von der in früheren Quellen jede Spur fehlt. All das scheint sich schubweise in schweren inneren Krisen seit 626 verändert zu haben, die durch Zuwanderungen höchstens verstärkt, nicht aber ausgelöst wurden. Ein neues Volk aus dem Osten hätte der geschilderten Entwicklung auch eine ganz andere Richtung gegeben: Wie Hunnen und Awaren, Asparuch-Bulga-ren und Ungarn hätten sie die Nachbarländer durch ständige Kriegszüge beunruhigt. Mit den Angriffen auf Cividale und - ein bis zwei Generationen später -auf Lorch [43] hätte sich ein neuankommendes Reiterheer nicht begnügt. Die Wandlungen und Brüche der awarischen Gesellschaft sind ohnehin tiefgreifend genug, um etwa den Übergang von Preßtechnik zum Bronzeguß oder die rasche Verbreitung des Greifenmotivs zu erklären - auch ohne anzunehmen, die Träger der neuartigen Beschläge wären ganz andere Menschen gewesen. Dennoch veränderte sich im unruhigen Jahrhundert seit 626 auch die ethnische Struktur des Awarenreiches. Die Vorgeschichte des Kuver-Aufstandes zeigt sehr gut das Wechselspiel von Assimilation und Differenzierung unter den Gentes des Karpatenbeckens: Verschiedene Völker vermischen sich, neue, regionale Einheiten entstehen und geraten in Konflikt mit dem Khaganat. Für die Archäologie wird vor allem der erste Aspekt faßbar, denn über alle ethnischen Scheidungen hinweg sind die awarenzeitlichen Kulturen zwischen Enns und Eisernem Tor erstaunlich homogen. Auch die Gepiden von Kölked oder die romanisch geprägte Keszthely-Kultur wurden mit der Zeit awarisiert. Diejenigen Gepiden, die den Salzburger Missionaren des 9. Jahrhunderts in ihrem pannonischen Missionsgebiet unterkamen, könnte ein Archäologe wohl nicht mehr als solche identifizieren.

 

 

43. Cividale: Paulus Diaconus 5, 19-21. H. Krahwinkler, Friaul im Frühmittelalter. Maschinen-schr. Diss. (Wien 1985) 42t. Lorch: Arbeo v.Freising, Vita Haimhrammi, c.4f. hrsg. Krusch 331. Wolfram a.a.O. (Anm. 1) 12 (der eine Datierung aui ca. 715 befürwortet).

 

 

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Es ist deshalb gerade für das 8. Jahrhundert sehr problematisch, ethnische Scheidungen im awarischen Machtbereich zu versuchen. Dem byzantinischen Beobachter des 6. und 7. Jahrhunderts waren die Unterschiede zwischen Awaren, Slawen, Bulgaren und Gepiden im Heer des Khagans noch aufgefallen: Die Berichterstatter Karls des Großen nahmen ein im wesentlichen homogenes Reich war. Erst als es zerschlagen war, entstand wieder ein 'Nationalitäten'-Problem, zu dessen Lösung der alte Kaiser eine eigene Gipfelkonferenz nach Aachen einberufen mußte [44]. Für die Zeit vor 796 erlauben es weder die Beobachtungen der Zeitgenossen noch - bisher - die Befunde der Archäologen zu beurteilen, wie slawisch oder bulgarisch die Awaren eigentlich waren.

 

 

44. Ann. Einhardi a. 811, hrsg. Rau 98.

 

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